Montag, Januar 12, 2009

Israel macht Politik gegen die eigenen Interessen und beschädigt seine Zukunftsaussichten schwer...

"Die gesamte Geschichte, unabhängig von Zeit und Ort, durchzieht das Phänomen, dass Regierungen und Regierende eine Politik betreiben, die den eigenen Interessen zuwiderläuft" - mit dieser Bemerkung leitet die berühmte Historikerin Barbara Tuchman ("Der ferne Spiegel") ein Buch ein, das 1984 unter dem Titel "Die Torheit der Regierenden" erschien.

Tuchman geht unter anderem auf die Entscheidung des Deutschen Reiches von 1917 ein, den uneingeschränkten U-Boot-Krieg zu erklären und damit Amerika zum Eintritt in den Krieg zu provozieren.

Die Historikerin erläutert die Hintergründe dieser Entscheidung und verweist auf die schon seinerzeit erkannten und diskutierten Alternativen.

Tuchman stellt dann fest: "Aber wie so viele Alternativen war auch diese psychologisch unmöglich. Charakter, so glaubten die Griechen, ist Schicksal. Die Deutschen waren darin geschult, ihre Ziel mit Gewalt zu erreichen, ungeschult im Ausgleich."

Das gilt für Israel heute ganz genauso.

Bleibt abzuwarten, ob diese Torheit und Unfähigkeit der israelischen Regierenden irgendwann ähnlich verhängnisvolle Folgen für das Land hat wie nach 1917 die Torheit der deutschen Regierung.

Barbara Tuchman: "Torheit ist ein Kind der Macht."

Zu erwarten ist allerdings, dass Schopenhauer recht behält mit seiner Bemerkung (aus der Einleitung der "Aphorismen zur Lebensweisheit"): "Im allgemeinen freilich haben die Weisen aller Zeiten immer dasselbe gesagt, und die Toren, das heißt die unermessliche Majorität aller Zeiten, haben immer dasselbe, nämlich das Gegenteil, getan: und so wird des auch ferner bleiben. Damum sagt Voltaire: Nous lasisserons ce monde-ci aussi sot et aussi méchant que nous l'avons trouvé en y arrivant."

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1 Comments:

Blogger juwi said...

Ich frage mich seit Jahren, wohin das noch führen soll. Ein palästinensisches Attentat reicht, um Israel zu militärischer Gewalt zu provozieren. Das schürt den Hass der unschuldigen palästinensischen Opfer, die dadurch in die Arme der Extremisten getrieben, und selbst zu Terroristen werden. Deren Attentate provozieren wiederum Israel zu weiterer Gewalt mit weiteren unschuldigen Opfern ... - unter diesen Umständen wird das nie enden.

Ich kann die Palästinenser verstehen, die sagen, die Israelis seien Schuld daran, dass sie ihre Heimat verloren haben. Aber Israel ist nun einmal da. Die Verantwortung dafür tragen unter anderem die Nazis, welche die Überlebenden Juden zur Massenflucht veranlassten und die Weltgemeinschaft, die damals die Gründung Israels in Palästina beschlossen hat. Nach der gemeinsamen, von gegenseitigen Gewalttaten beherrschen Vergangenheit wird es schwer sein, beiden Völkern gerecht zu werden. Aber jede Eskalation der Gewalt verschlimmert die Lage zusätzlich. Es wird Zeit, dass die beiden Völker das erkennen.

Mit Gewalt lässt sich das Gedankengut der Hamas ebensowenig besiegen, wie das der Nazis. Auch das spukt noch in viel zu vielen Köpfen herum - nicht nur in Deutschland.

5:06 nachm.  

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