Freitag, Juli 10, 2009

Die Bremerhavener Nordsee-Zeitung trommelt munter mit gegen den Betriebsrat des Gesamthafenbetriebsvereins (GHB)...


Mit einer kuriosen Kampagne bietet die Nordsee-Zeitung seit mehreren Tagen den Kritikern des Betriebsrats beim Gesamthafenbetriebsverein (GHB) ein prominentes Forum.

Ganz im Stil eines unternehmerfreundlichen Blatts wird von den positiv dargestellten "GHB-Rebellen" in der Ausgabe vom 10. Juli 2009 sogar behauptet, sie zögen nun vor Gericht.

Wer den Text liest, findet allerdings sehr viel weniger Entschlossenheit.

Dort wird der Anwalt der Gewerkschaftskritiker nämlich nur mit folgender Bemerkung zitiert: "Wir appellieren an den Betriebsrat, von sich aus zurückzutreten. Falls nicht, ist sehr konkret zu erwägen, ob Klage vor dem Arbeitsgericht erhoben werden soll."

Also: Von einem Zug vor Gericht kann noch keine Rede sein.

Nur dies: Mit Hilfe der Nordsee-Zeitung wird Druck gegen den Betriebsrat aufgebaut. Er wird zum freiwilligen Rücktritt aufgefordert. Tut er dies nicht, so die Formulierung des Anwalts der Kritiker, sei zu erwägen, ob Klage erhoben werden soll.

Mit der entschlossen klingenden Überschrift "GHB-Rebellen ziehen vor Gericht" stimmt das nicht in besonders starkem Maße überein.

Besonders interessant ist der in der NZ zitierte Vorwurf gegen den Betriebsrat, er habe "die Interessen der Arbeitnehmer in den Sozialplanverhandlungen nicht ausreichend vertreten".

Denn auch in der NZ wird festgehalten, dass der Betriebsrat den Sozialplan in der Einigungsstelle am Ende abgelehnt hat. Den Ausschlag gab wie üblich in solchen Verfahren das Votum der einvernehmlich eingesetzten Vorsitzenden.

Die Frage des ver.di-Vertreters Harald Bethge scheint daher durchaus berechtigt: "Wo soll da eine grobe Pflichtverletzung des Betriebsrates vorliegen?"

Und noch eine Frage: Wann bietet die Nordsee-Zeitung einmal einem Betriebsrat auf der ersten Seite des Lokalteils ein solch auffälliges Forum, wenn sich der Betriebsrat gegen vermeintliches (oder echtes) Fehlverhalten eines Arbeitgebers wehrt?

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Donnerstag, Juli 02, 2009

Zehnjähriges Jubiläum der Bremerhavener Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS...

Am 1. Juli 1999, also vor genau zehn Jahren, startete in Bremerhaven die völlig umgekrempelte Wirtschaftsförderung, und zwar unter dem Namen "Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung" (BIS).

Bisher hat es offensichtlich noch niemand bemerkt, nicht einmal die Verantwortlichen selbst.

Der Weser-Kurier berichtet heute (2. Juli 2009) über eine Zwischenbilanz aus der Sicht von Oberbürgermeister Jörg Schulz und BIS-Chef Jürgen Adelmann.

Zur Sprache kommen auch die merkwürdigen Geheimniskrämereien der BIS, wenn es um ihre Geschäftszahlen geht (der WK-Bericht befindet sich unten auf der Zeitungsseite).

Ein Seestadtpresse-Leser weist darauf hin, dass der Jahresabschluss für 2007 im elektronischen Bundesanzeiger nachzulesen ist.

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Mittwoch, Juli 01, 2009

Nordsee-Zeitung verkaufte ihr früheres Druckzentrum an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS - Ein Akt der Wirtschaftsförderung?

Mit einer interessanten Kleinigkeit über die geschäftliche Lage der Nordsee-Zeitung wartet die Bremerhavener Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS auf.

In einer Pressemitteilung vom 30. Juni 2009 macht sie darauf aufmerksam, dass die BIS das alte Druckzentrum der Nordsee-Zeitung am Reuterhamm bereits vor längerer Zeit käuflich erworben hat, als die Nordsee-Zeitung ihr Druckzentrum in das Gewerbegebiet Grollhamm verlegte - so zumindest die Angabe der BIS.

Zu befürchten ist darin ein Akt der Wirtschaftsförderung nach bekanntem Muster: Immobilien von Unternehmen, die sich in finanziellen Klemmen befinden, werden von der BIS aufgekauft.

In der Vergangenheit wurde dabei gelegentlich ein Preis gezahlt, der später bei einem Weiterverkauf nicht mehr erzielt werden konnte.

Wenn die Informationen stimmen, gilt das beispielsweise für die Immobilie des Baumarkts Kistner und die des Nordsee-Hotels Naber. Kritische Berichte gab es auch, als die städtische Wirtschaftsförderung seinerzeit die Immobilie der Firma Kramer in Lehe in der Straße Am Fleeth (südlich des Leher Friedhofs III) aufkaufte.

Welchen Preis die BIS für die NZ-Immobilie zahlte und wieviel der von der BIS angelockte Käufer, die "E+A Elektrotechnik und Aggregatebau Betriebsgesellschaft mbH", auf den Tisch blättern musste, ist noch nicht bekannt.

Jedenfalls dürfte die BIS auf diese Weise bei der Finanzierung des neuen Druckzentrums der Nordsee-Zeitung eine mehr oder weniger große Hilfestellung geleistet haben...

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Deutsche Küstenfischer protestieren gegen zunehmende "bürokratische Exzesse" in der Europäischen Union...

Die kleineren deutschen Kutter- und Küstenfischer protestieren immer heftiger gegen einen Wust von Vorschriften, die ihnen die Existenz kaputt zu machen drohen. Während des Deutschen Fischereitags in Bremerhaven (30. Juni bis 2. Juli 2009) nahm das Thema breiten Raum ein. Hinter den Protesten stehen mehr als eine Million Mitglieder, die im Deutschen Fischerei-Verband (DFV) organisiert sind.

Nach Angabe der Fischer sind die bürokratischen Regulierungen schon aus finanziellen Gründen von den kleinen Familienbetrieben oft nicht umzusetzen; teilweise seien sie widersprüchlich oder schlicht unsinnig. Als ein kleines Beispiel nennt der Fischer Dirk Sander einen 5000 Euro teuren Brandschutz-Anzug, den er anschaffen musste. "Mit dem Ding kannst du an Bord nichts anfangen", stellt er fest. Das habe eine Überprüfung bei der Bremerhavener Berufsfeuerwehr deutlich vor Augen geführt.

Der Weser-Kurier berichtet in seiner Ausgabe vom 1. Juli 2009 ausführlich über die Argumentation der Küstenfischer. Weitere Informationen gibt es auch auf der Webseite von Radio Bremen.

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Montag, Juni 29, 2009

Die Bremerhavener Nordsee-Zeitung mit kuriosen Online-Befragungen - Zahl der Teilnehmer fehlt...


Die Bremerhavener Nordsee-Zeitung beglückt ihre Leserschar seit einiger Zeit mit eigenartigen Online-Befragungen zu einem "Thema des Tages". Durch einfaches Anklicken auf der Webseite kann die jeweilige Frage beantwortet werden.

Am heutigen Montag, dem 29. Juni 2009, steht auf der NZ-Webseite beispielsweise (immer noch) die Frage: "Sparen Sie in diesem Jahr an Ihrem Urlaub?" Auch zu weiteren älteren Fragen kann munter weiter geklickt werden.

In der gedruckten Ausgabe von heute wird ein (Zwischen-)Ergebnis der Urlaubseinsparbefragung mitgeteilt. Es sollen 66 Prozent mit "Ja" gestimmt haben, 34 Prozent mit "Nein".

Überzeugend sind solche Ergebnisse in keinem Fall, denn es fehlt die Zahl der Anklicker.

Wenn also im heutige Fall drei Menschen mitgeklickt haben, dann hätten zwei von ihnen mit "Ja" und einer mit "Nein" gestimmt - also genau 66 Prozent gegen 34 Prozent.

Jeder Mensch weiß, dass solche Prozentzahlen belanglos sind, wenn die Zahl der Teilnehmer fehlt.

Aber die Ergebnisse scheinen ohnehin niemanden zu interessieren - online ist für Besucher der Webseite nichts darüber zu entdecken.

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Donnerstag, Juni 25, 2009

Das Bremerhavener Klimahaus kurz vor der Eröffnung - Renommierte Wissenschaftler loben das Projekt...


Nur noch wenig Zeit bleibt im Bremerhavener Klimahaus, damit die restlichen Arbeiten erledigt werden können. Allerorten wieseln derzeit noch Handwerker unterschiedlichster Gewerke durch die kompliziert geschachtelten Räume und kämpfen mit dem Stress der letzten Stunden bis zum Öffnungstermin für die Öffentlichkeit, der für Sonnabend (27. Juni 2009) um 10 Uhr festgesetzt ist.

Während der heutigen Pressekonferenz (25. Juni 2009) sprach Klimahaus-Geschäftsführer Arne Dunker von einem "weltumspannenden Projekt", das "einen sehr emotionalen Zugang zum Thema Klima" vermitteln soll. Es werde ein Freizeitvergnügen zu Fragen des Klimawandels mit deren wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Dimensionen verknüpfen.

Der Klimaexperte Professor Mojib Latif charakterisierte die aktuelle Wirtschaftskrise als eine große Chance. Sie habe deutlich gemacht, "dass es so wie bisher nicht weitergeht" und dass künftig das kurzfristige Denken durch die Orientierung auf Nachhaltigkeit ersetzt werden muss. "Der Boden für einen vernünftigen Klimaschutz ist vorbereitet", betonte Latif.

Ohne Wenn und Aber in dieselbe Kerbe schlug Jakob von Uexküll, der Stifter des Alternativen Nobelpreises. "Geld für den Klimaschutz ist eine Frage des politischen Willens", betonte er. Alles andere sei Unsinn.

Die auf dem Tisch liegenden Zahlen der Wissenschaft machten deutlich, dass nun sehr schnell eine gewaltige Anstrengung unternommen werden muss, weil sonst eine globale Katastrophe drohe. Es müsse jetzt gelingen, die alten Ideen und Strukturen zu überwinden, um einem zukunftsweisenden Denken und Handeln die Tore zu öffnen, so von Uexküll. Weitere Informationen über das von ihm gegründete World Future Council gibt es hier.

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Klammheimlicher Brückenabriss im Bremerhavener Fehrmoor? - Kritik der FDP...

Die Bremerhavener FDP macht darauf aufmerksam, dass im Fehrmoor nun auch die letzte Brücke zwischen Leherheide und Debstedt beseitigt werden soll. Damit gibt es auch keinerlei Querungsmöglichkeiten der Beek mehr für Fußgänger und Radfahrer, nachdem die Autoverbindungen schon vor langer Zeit gesperrt wurden.

Der FDP-Stadtverordnete Bernd Schomaker übt heftige Kritik an diesem Vorgehen des Magistrats und spricht von einer "Entscheidung im stillen Kämmerlein". Der Abbruch der Brücke sei im Bauausschuss nur unter Mitteilungen behandelt worden.

Schomaker: "Es ist schier unglaublich, mit welcher Selbstverständlichkeit eine solch fragwürdige Entscheidung des Bauamtes im Ausschuss hingenommen wurde."

Seine Vermutung: "Offensichtlich interessieren sich die Koalitionäre aus SPD und CDU nur noch für Großprojekte."

Schomaker fordert umgehend einen provisorischen Überweg und langfristig eine neue Brücke.

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