Donnerstag, Februar 26, 2009

Der Bremerhavener Regionalflughafen soll auf Wunsch der Wirtschaftsförderung aufgegeben werden - Es geht um Flächen für die Windkraftindustrie...

Die von der Bremerhavener Wirtschaftsförderung mit Hilfe der Nordsee-Zeitung begonnene Diskussion über eine Stilllegung des Regionalflugplatzes Bremerhaven-Luneort ist heute (26. Februar 2009) auch Thema im Weser-Kurier.

Im Hintergrund der kommunalpolitisch noch nicht so recht begonnenen Diskussion steht das jahrelange Trommeln für die dringende Notwendigkeit eines eigenen Bremerhavener Flugplatzes als eines wichtigen Standortfaktors.

Diese Bedeutung wurde erst kürzlich im Zusammenhang mit den Planungen zur Ansiedlung eines Kohlekraftwerks auf der Luneplate nachdrücklich bestätigt.

"Jede Diskussion um eine Verlagerung des Flughafens ist unsinnig", betonte der Wirtschaftsförderer Nils Schnorrenberger laut Nordsee-Zeitung vom 3. Februar 2007.


Das Land Bremen investierte für diese Art der Standortpolitik in Luneort im Laufe der Jahre immerhin mehr als 25 Millionen Euro.

In einer Kehrtwende der Wirtschaftsförderung geht es nun um eine völlig neue Nutzung der Flächen als Gewerbegebiet - für Ansiedlungen im Rahmen der Windenergie, die in Bremerhaven nicht mehr genügend Flächen vorfindet. Zwar ist dafür auch die Nutzung eines Teils der Luneplate denkbar, aber deren Erschließung würde nach Einschätzung der Wirtschaftsförderung etwa 100 Millionen Euro kosten, und dies Geld steht aktuell nirgendwo zur Verfügung. Außerdem ist die Übertragung des Gebiets von Niedersachsen an Bremen noch nicht über die Bühne gegangen, unter anderem weil Cuxhaven darauf drängt, auf diesen Flächen Aktivitäten der Windindustrie auszuschließen.

Ein kleiner Überblick zur Berichterstattung der Nordsee-Zeitung ist hier nachzulesen.

Jürgen Winkler gibt auf seinem Blog einen Überblick aus seiner Sicht.

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3 Comments:

Blogger juwi said...

Hallo Detlef,

ich finde es "ziemlich ungeschickt" von der Politik bezüglich der laufenden Verhandlungen mit Niedersachsen über die Luneplate, zu diesem Zeitpunkt eine derartige Diskussion loszutreten. Den Zuschlag zur Nutzung der Luneplate auf's Spiel zu setzen, und dafür den Flughafen zu opfern ist in mehrfacher Hinsicht eine große Dummheit, da die Fläche des Flughafens erheblich weniger Platz für entsprechend weniger Firmen aus dem Windenergiebereich bietet. Die Firmen, die dort keinen Platz mehr finden, siedeln sich dann doch wieder in Cuxhaven an. Meine ausführliche Auseinandersetzung mit diesem Thema findest du in "juwi's welt" im Artikel "Rien ne vas plus" ...

2:14 nachm.  
Anonymous Rüdiger said...

das beste ist das zitat von NS "die flächennachfrage kann in bremerhaven nicht mehr befriedigt werden"...

für solche aussagen muss man als bürger eines stadtstaates nicht studiert haben und auch nicht in der wirtschaftsförderung sitzen... tja, meine herren, wenn die planungen etwas strategischer vorgenommen werden würden, dann würde sie auch keine eigenen aussagen wieder leugnen müssen.

wie schnellebig die freie, raue wirtschaft sein kann, zeigen die verworfenen pläne für das kohlekraftwerk und einige andere schildbürgerstreiche...

ein gutachten von der deutschen bank??? nun, wie gut deren analysten sind, zeigen die schon selbst und dort sind die gleichen interessenkonflikte vorhanden wie bei den ämtern, die der brhv-OB in personalunion wahrnimmt...

was macht bremerhaven, wenn wirklich mal platzmangel für wichtige ansiedlungen besteht?? wird der timeport dann wieder abgerissen? oder das DSM oder der CT I bis IV ins hinterland verlegt???

http://www.youtube.com/watch?v=zIFunS7u-9c

7:48 nachm.  
Blogger juwi said...

Hallo Detlef,

nachdem "Rüdiger F." mich auf sein Video aufmerksam gemacht hat, habe ich es in einen Nachtrag zu meinem Artikel "Rien ne vas plus" in juwi's welt eingebunden. Außerdem habe ich in meinem Text auf deine Artikel zu diesem Themenkomplex in deinen beiden Blogs verwiesen.

Wären mir die Informationen über die Interessenkonflikte unseres Oberbürgermeisters bereits am Mittwoch bekannt gewesen, dann wäre mein Text wahrscheinlich um einiges länger ausgefallen.


(Achtung: Satire!)

Dass der Aufsichtsratsvorsitzende des Flughafens den Flughafenmitarbeitern einen Maulkorb verordnet, und diese somit keine Möglichkeit haben, ihre Arbeitsplätze gegen mögliche Angriffe des Aufsichtsratsvorsitzenden der BIS ("Ansprechpartner der Wirtschaft in allen Angelegenheiten der Wirtschaftsförderung in Bremerhaven") finde ich schon ein starkes Stück. Die BIS bietet der Wirtschaft laut ihrer eigenen Aussage auf ihrer Homepage maßgeschneiderte Gewerbeflächen und Immobilien, Investitionsförderung, Technologieförderung, Gründungsförderung sowie zahlreiche weitere Förderprogramme und direkte Kontakte zu Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung im Land Bremen.

Und dann ist da ja auch noch der Aufsichtsratsvorsitzende des Fischereihafens, der ein Interesse daran hat, dass sein Hafen ebenfalls am Wirtschaftsboom der Windkraftbranche partizipiert. Der freut sich sicherlich, wenn der Aufsichtsratsvorsitzende der BIS sich dafür einsetzt, dass ganz viele Windkraftfirmen im Fischereihafen angesiedelt werden.

Ob da der Aufsichtsratsvorsitzende des Flughafens überhaupt eine Chance hat, sich gegen die Interessen der Aufsichtsräte der BIS und des Fischereihafens durchzusetzen? Mit dem Maulkorb für die Mitarbeiter seines Flughafens hat er sich ja außerdem auch noch seiner zugkräftigsten Fürsprecher beraubt. Ob das besonders klug von ihm war? Oder wollte er möglicherweise aus irgendwelchen mysteriösen Gründen gar nicht besonders klug sein? Gibt es zwischen den drei Aufsichtsratsvorsitzenden möglicherweise sogar irgendwelche personellen Verbindungen?

(Satire Ende).

10:55 vorm.  

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