Dienstag, Februar 16, 2010

"Wunder von Bremerhaven" mit nicht zu Ende kalkulierten Wagnissen - Wann kommt die Abrechnung für das risikante Handeln?

"Das Wunder von Bremerhaven" titelt die Berliner Tageszeitung "Neues Deutschland" (ND) in ihrer Ausgabe vom 16. Februar 2010 und berichtet kritisch über den erstaunlichen Ausbau der kommunalen Infrastruktur in der Seestadt, während diese andernorts längst kräftig eingedampft wird.

"Da gibt es beispielsweise ein vollkommen erneuertes Stadttheater mit Oper, Schauspiel und Ballett, drei renovierte öffentliche Bäder, einen eindrucksvollen Flughafen, eine Reihe von Technologie- und Gründerzentren und einen neu gebauten Zoo am Meer. Erst jüngst hinzugekommen ist das Projekt der »Havenwelten«, das öffentliche Mittel in einer Größenordnung von weit mehr als 300 Millionen Euro verschlungen hat", staunt das Neue Deutschland.

Eine Anmerkung im ND: "Das touristische Großprojekt wurde übrigens maßgeblich durch die Lobbyarbeit der mächtigen Industrie- und Handelskammer (IHK) vorangetrieben, obwohl die heimische Unternehmerschaft mit rund 30 Millionen Euro Gewerbesteuern gerade einmal fünf Prozent der Bremerhavener Gesamtausgaben in die Stadtkasse einzahlt."

Bleibt die Frage, ob am Ende wieder die kleinen Leute mit Verzicht aller Art für die stolz präsentierten Prestigeprojekte bezahlen müssen oder ob auch die Propagandisten mit zur Kasse gebeten werden.

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2 Comments:

Anonymous Anonym said...

Lieber Herr Kolze,

waren Sie während Ihrer Zeit im Medienhaus (Sonntags-Journal) ein kritischer Journalist oder wurden Sie als ein Marketing Mitarbeiter der Stadt Bremerhaven eingestellt? Warum hat man Sie rausgeschmissen? Weil Sie keine Lust hatten Lügenmärchen, Unwahrheiten und unkritische Texte zu verfassen? War das der Grund des Rauswurfs bei der einzigen "Zeitung" Bremerhavens?

6:21 nachm.  
Anonymous Detlef Kolze said...

Lieber Herr Anonym,

meine Ziele als Schreiberling für Zeitungen haben Sie jedenfalls richtig angedeutet.

Was tatsächlich hinter meinem Rauswurf steckte, lässt sich auch im nachhinein nicht so einfach beantworten. In den Zeitungsartikeln und Fernsehsendungen, die seinerzeit nach meinem Rauswurf erschienen sind, finden sich einige Hinweise und Überlegungen dazu (die Beiträge lassen sich leicht über Google finden).

Mit Sicherheit kam es nicht zu meinem Rauswurf, weil ich "keine Lust hatte, Lügenmärchen, Unwahrheiten und unkritische Texte zu verfassen". Denn schließlich hat sich die Redaktion des Sonntagsjournals damals sehr mutig auf meine Seite gestellt und dies auch gegenüber der Verlagsleitung deutlich zum Ausdruck gebracht.

Nach meinen Informationen wurde die Entscheidung letzten Endes von einer Person an der Verlagsspitze durchgesetzt, die sich auch innerhalb des Verlages immer wieder durch gewisse Eitelkeiten und Sonderlichkeiten von sich reden macht. Sie konnte weder durch die Proteste in der Öffentlichkeit noch durch die Kritik aus dem eigenen Haus umgestimmt werden.

Was bei meinem Rauswurf darüber hinaus noch eine Rolle gespielt hat, lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen. So etwas bleibt wie immer ein weites Feld...

10:16 vorm.  

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