Montag, November 08, 2010

"Taschenspielertricks" kennzeichnen die angeblich so positive Situation auf dem Arbeitsmarkt - Professor Herbert Schui spricht von "verwahrloster Propaganda"...

Seestadtpresse Bremerhaven - Die Regierungspropaganda zur angeblich wunderbaren wirtschaftlichen Lage in Deutschland bezeichnet Herbert Schui, emeritierter Professor der Volkswirtschaftslehre, als eine "Inszenierung".

Insbesondere das Zahlenwerk zum Arbeitsmarkt charakterisiert Schui als "verwahrloste Propaganda".

Seine Argumentation ist in der Berliner Tageszeitung "junge Welt" vom 8. November 2010 nachzulesen.

Ein Auszug:

"Richtig ist, daß die Statistik aktuell knapp drei Millionen registrierte Erwerbslose ausweist. Dabei nicht erfasst ist die sogenannte stille Reserve, also Arbeitssuchende, die aus verschiedenen Gründen nicht bei den Jobcentern gemeldet sind. Deren Zahl wird auf 1,2 Millionen geschätzt. Weitere 4,2 Millionen haben zwar eine Arbeit, die aber nicht zum Leben reicht. Der größte Teil davon ist teilzeitbeschäftigt. Jetzt wäre man schon bei 8,4 Millionen Menschen. Dazu kommen noch jene, die einfach herausgerechnet werden, weil sie sich beispielsweise in Qualifizierungs- oder Umschulungsmaßnahmen befinden." Die Zahl dieser Menschen, die in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen "geparkt" werden, beläuft sich auf geschätzte 1,4 Millionen.

Schui spricht daher von insgesamt fast zehn Millionen Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt  gar nicht oder nur mit Teilen ihrer Arbeitskraft eingesetzt werden können. 

Ablesbar sei die schwere Krise auf dem Arbeitsmarkt auch daran, dass  die weiter sinkende Zahl der Arbeitsstunden, die die abhängig Beschäftigten insgesamt leisten.

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