Donnerstag, November 06, 2008

Im Bremerhavener Mediterraneo flaut der Besucherstrom offensichtlich ab - Wohin die Reise geht, bleibt abzuwarten...



Mit Spannung beobachtet wird zur Zeit die Entwicklung im neuen Bremerhavener Einkaufszentrum "Mediterraneo". Während für die Bremer "Waterfront" im gescheiterten Space Park von einer "Flaute nach dem ersten Ansturm" und einem "starken Rückgang" der Besucherzahlen (Weser-Kurier vom 4. November 2008) berichtet wurde, ist für das Mediterraneo noch kein klares Bild zu gewinnen.

Allerdings sehen auch hier zahlreiche Beobachter Rückgangstendenzen. Gut frequentiert sei weiterhin der große Platz unter der Glaskuppel, während allerdings in zahlreichen Läden oft gähnende Leere zu beobachten sei, ist zu hören.

Über die USA war jüngst zu lesen, dass dort erstmals seit 25 Jahren die Verkaufsflächen des Einzelhandels schrumpfen (ND vom 4. November 2008). Durch die Finanzkrise werde das "Massensterben der Einkaufstempel" noch weiter verstärkt. Interessant ist, dass nach diesem Korrespondentenbericht auch die großen Ketten wie Walmart mittlerweile auf kleinere Ladeneinrichtungen wie "Quartierläden" setzen.

Nur noch 14 Prozent ihrer Einkäufe tätigen Amerikaner heute noch in den großen Shoppingzentren. Vor gut zehn Jahren seien es noch etwas 40 Prozent gewesen.

Die Folge: Allein in diesem Jahr gehen Experten von 144000 Läden aus, die ihre Pforten schließen. In den Malls stehen acht Prozent der Verkaufsflächen leer.

Trotz dieser amerikanischen Erfahrungen werden in Europa weiterhin Einkaufszentren in großer Zahl gebaut. Auch die Stadt Bremerhaven nimmt mit ihrer ständigen Erweiterung der Einzelhandelsflächen bisher wenig Rücksicht darauf und steckte viel öffentliches Geld in dieses Konzept.

In der Berliner Wochenzeitung "Freitag" wurde jüngst erläutert, warum diese Konzepte zur Zeit noch funktionieren. Die Besucher genießen das künstlich geschaffene Geschäftszentrum einfach ohne Bedenken und aus vollem Herzen, lautet die Antwort auf die Frage, warum es am Potsdamer Platz nach so langer Zeit immer noch so voll sei.

Es sei ein Zirkus, dessen "drastisch-dreiste Stadtinstallationen" von erlebnishungrigen Flaneuren lustvoll angenommen würden, notierte die Zeitung und meinte: "Der Erfolg gibt den Dekorateuren der Spaßgesellschaft recht."

Noch - muss vielleicht hinzugefügt werden.

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1 Comments:

Anonymous Jo Drathjer said...

"den Dekorateuren der Spaßgesellschaft"

Das nenne ich "auf den Punkt gebracht".

Alles Fassade. Und dass die Besucherzahlen schwinden ist, wenn man sich einen Passus der Hausordnung in Erinnerung ruft, erklärbar.

Zitat Anfang + (aus dem Gedächtnis):
"Der planlose Aufenthalt ist untersagt."
Zitat Ende +

Wer hat in Bremerhaven schon einen Plan? :)

2:07 nachm.  

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