Samstag, August 28, 2010

Bremerhaven: Riesige Folgelasten der riesigen Investitionen in die Havenwelten werden langsam immer deutlicher - Das bedeutet eine enorme Vergrößerung des Sparzwangs in anderen Bereichen...

Seestadtpresse Bremerhaven - Die Unterlagen für die Sitzung der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung am 2. September 2010 enthalten ein paar interessante Mitteilungen des Magistrats.

In einer dieser Mitteilungen zeigt sich an einem kleinen Beispiel, in welchem Maße der Bremerhavener Stadthaushalt durch die riesigen touristischen Investitionen am Alten und Neuen Hafen finanziell belastet wird, und zwar auf viele Jahre.

So teilt der Magistrat mit, dass allein für das Klimahaus  Unterhaltungskosten in Höhe von "bis zu 140.000 Euro jährlich" angesetzt werden müssen.

Ausdrücklich erwähnt wird, dass darin noch nicht die Kosten für die Instandhaltungsrücklagen enthalten sind. Diese zusätzlichen jährlichen Kosten wurden in einer Magistratsvorlage vom 18. Oktober 2006 allein für das Klimahaus mit 1,05 Millionen Euro jährlich angesetzt (seinerzeit festgelegt mit einer jährlichen Summe in Höhe von 1,5 Prozent des Anschaffungswerts). 

In dieser Berechnung kamen 40.000 Euro jährlich für Versicherungen, 100.000 Euro für Inspektions- und Wartungskosten und 100.000 Euro als Reattraktivierungskosten hinzu.

Wie die jetzt genannten 140.000 Euro zu diesen Zahlen passen, müsste vom Magistrat noch einmal ausführlicher erläutert werden. 

In der Summierung nennt die Vorlage von 2006  für das Klimahaus jedenfalls jährliche Kosten von 1,3 Millionen Euro, die von der Stadt Bremerhaven als der Eigentümerin des Gebäudes aufzubringen sind.

Anzumerken ist, dass sich dieser Betrag auf eine damals noch gültige Investitionssumme von 70 Millionen Euro bezog. Dieser Betrag ist nach Presseberichten auf  mehr als 100 Millionen Euro angestiegen, so dass auch die jährlichen Investitionsrücklagen angehoben werden müssten - auf mehr als 1,5 Millionen Euro statt der angesetzten 1,05 Millionen Euro.

Unklar ist die Mitteilung des Magistrats in puncto Mieteinnahmen für das Klimahaus. Sie waren in der Vorlage von 2006 mit gerade einmal 12.000 Euro (für das Jahr 2009) beziffert. Ob sich diese Monatsmiete für das gesamte Klimahaus in Höhe von gerade einmal 1000 Euro erhöht hat, ist nicht bekannt.

In der am 26. August 2010 verschickten Mitteilung des Magistrats (die merkwürdigerweise mit dem Datum "14.04.2010" versehen ist) heißt es die "kalkulierten jährlichen Unterhaltungskosten" seien "unter Berücksichtigung der Mieteinnahmen" beziffert worden. Das bedeutet nach dem Wortlaut, dass die (möglicherweise immer noch geringen) Mietzahlungen der privaten Betreiber bereits eingerechnet wurden.

Als gesamten "Förderbetrag" aus der Stadtkasse nennt die Magistratsvorlage von 2006 einen Betrag von knapp 3,5 Millionen Euro jährlich (für 2009). Davon bereits abgezogen wurden "Umsatzerlöse" in Höhe von 655.000 Euro, von denen allerdings nicht klar war, in welcher Größenordnung sie tatsächlich zu realisieren waren.

Selbstverständlich: Das Klimahaus ist eine hoch attraktive und toll gestaltete Einrichtung. Das bedeutet aber nicht, dass die dadurch entstehenden Kosten für die Stadt aus den Augen verloren werden dürfen.

Schließlich muss zusätzlich zu den laufenden jährlichen Unterhaltungskosten auch noch die Abzahlung der Gesamtinvestition geschultert werden, denn das Klimahaus wird zwar privat betrieben, gehört aber ebenso wie beispielsweise der Zoo, das Stadttheater und das Deutsche Auswandererhaus zum kommunalen Eigentum der Stadt Bremerhaven.

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Donnerstag, März 04, 2010

Bremerhaven: Beginn des Extremwetterkongresses im Klimahaus - Mehr als 70 Vorträge an drei Tagen...

(Seestadtpresse Bremerhaven) Das globale Klima- und Wettergeschehen spielt sich in einem Gewirr höchst komplizierter und chaotischer Mechanismen ab. Diese Mechanismen werden heute zwar schrittweise besser verstanden, aber von einem wirklichen Durchschauens des Systems kann noch längst keine Rede sein.

Das illustrierte die Startphase des Extremwetterkongresses, der heute (4. März 2010) in Bremerhaven begann.

"Chaotische Systeme produzieren aus sich selbst heraus zahlreiche Irregularitäten", stellte Professor Mojib Latif (IFM-Geomar Kiel) während seines Vortrags fest, der sich mit dem "El-Nino-Phänomen" beschäftigte. Das globale Klimasystem sei "sehr irregulär" und könne noch nicht in ausreichendem Maße durchschaut und erklärt werden, so Latif.

Die Folge: Da nicht einmal die Zusammenhänge vollständig klar seien, bleibe auch die längerfristige Vorhersage der klimatischen Entwicklungen und erst recht die Vorhersage des Wetters vielfach unmöglich, auch wenn im Einzelnen selbstverständlich eine Reihe relativ präziser Möglichkeiten entwickelt wurden.

Das zeigte auch Professor Stefan Brönnimann (ETH Zürich) der sich bei der Entwicklung von Modellen des Klimageschehens auch mit geschichtlichen Ereignisse wie dem "Jahr ohne Sommer" 1816 und den extrem strengen Wintern 1940 bis 1942 beschäftigt.

Brönnimanns Ausführungen machten deutlich, dass unstreitig eine Reihe von Mustern identifiziert werden konnte und dass auch zahlreiche Mechanismen der Wetterküche gut verstanden werden.

Aber oftmals komme die Wissenschaft nicht über relativ deutliche "statistische Signifikanzen" hinaus. Zudem müssten immer wieder starke Gegenbeispiele in die Modelle eingearbeitet werden. "Es gibt noch viele offene Fragen", betonte Brönnimann.

In einer einleitenden Bemerkung machte Mojib Latif klar, dass die Wirrnisse im Zusammenhang mit dem IPCC die Glaubwürdigkeit der internationalen Klimaforschung ins Gerede gebracht habe. Da seien "große Fehler" gemacht worden, die in dieser Form nicht wieder vorkommen dürften.

Die sorgfältige wissenschaftliche Begutachtung müsse einer Veröffentlichung vorausgehen, so Lativ. Darüber müsse in den Gremien "Klartext geredet" werden.

Nach Angaben der Veranstalter handelt es sich beim Extremwetterkongress mit über 800 Teilnehmern um "das bedeutendste jährliche Treffen für Wissenschaftsredakteure, Meteorologen, Dienstleister und Wissenschaftler". Es sei zum Thema extreme Wetterereignisse im Klimawandel "die größte jährliche Veranstaltung in Europa".

Weitere Informationen über den Bremerhavener Extremwetterkongress gibt es im Internet unter www.extremwetterkongress.de.

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Montag, August 24, 2009

Bremerhavener Klimahaus als Spezialfall eines kulturellen Angebots - Besonders beglückt sind die Flaneure...


Die Besonderheiten des Bremerhavener Klimahauses werden im Weser-Kurier vom 23. August 2009 unter die Lupe genommen.

Ein Kerngedanke: Nur wer sich beim Schlendern durch das Klimahaus wirklich Zeit lässt, findet Zugang zu den berührenden und erhellenden Seiten des riesigen Angebots. Erst durch eine solche innere Ruhe und Offenheit verknüpfen sich im Kopf die Eindrücke zu einem Gewebe, das uns die Menschen der Welt in ihren vielfältigen Lebensräumen näher bringt.

Eilige Besucherinnen und Besucher können dagegen wegen der Unübersichtlichkeit leicht enttäuscht werden, auch wenn die klimatischen und kulturellen Eindrücke sie oftmals beeindrucken dürften.

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Mittwoch, August 05, 2009

Das Bremerhavener Klimahaus ist auch in Kleinigkeiten gut - Die Rede eines damals 12-jährigen Mädchens auf der UN-Klimakonferenz 1992 in Rio...

Im Bremerhavener "Klimahaus 8 Grad Ost" ist eine eindrucksvolle Rede der zu diesem Zeitpunkt 12-jährigen Severn Cullis-Suzuki zu sehen und zu hören. Sie wurde von ihr während der UN-Klimakonferenz des Jahres 1992 in Rio de Janeiro gehalten.

Manch einer mag wegen der Vielfalt der Eindrücke im Klimahaus nur ein paar Worte dieser Rede aufschnappen und dann weiterschlendern.

Damit verpasst der Mensch ein paar kluge Gedanken eines Kindes zur weltpolitischen Entwicklung.

Deswegen steht hier ein Hinweis auf einen Text über die Sprecherin bei Wikipedia und der Link zu Youtube, wo diese Rede präsentiert wird. Der Beitrag wurde bisher fast zwei Millionen mal aufgerufen.

Wer den Text nur nachlesen will, kann dies hier tun.


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Donnerstag, Juni 25, 2009

Das Bremerhavener Klimahaus kurz vor der Eröffnung - Renommierte Wissenschaftler loben das Projekt...


Nur noch wenig Zeit bleibt im Bremerhavener Klimahaus, damit die restlichen Arbeiten erledigt werden können. Allerorten wieseln derzeit noch Handwerker unterschiedlichster Gewerke durch die kompliziert geschachtelten Räume und kämpfen mit dem Stress der letzten Stunden bis zum Öffnungstermin für die Öffentlichkeit, der für Sonnabend (27. Juni 2009) um 10 Uhr festgesetzt ist.

Während der heutigen Pressekonferenz (25. Juni 2009) sprach Klimahaus-Geschäftsführer Arne Dunker von einem "weltumspannenden Projekt", das "einen sehr emotionalen Zugang zum Thema Klima" vermitteln soll. Es werde ein Freizeitvergnügen zu Fragen des Klimawandels mit deren wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Dimensionen verknüpfen.

Der Klimaexperte Professor Mojib Latif charakterisierte die aktuelle Wirtschaftskrise als eine große Chance. Sie habe deutlich gemacht, "dass es so wie bisher nicht weitergeht" und dass künftig das kurzfristige Denken durch die Orientierung auf Nachhaltigkeit ersetzt werden muss. "Der Boden für einen vernünftigen Klimaschutz ist vorbereitet", betonte Latif.

Ohne Wenn und Aber in dieselbe Kerbe schlug Jakob von Uexküll, der Stifter des Alternativen Nobelpreises. "Geld für den Klimaschutz ist eine Frage des politischen Willens", betonte er. Alles andere sei Unsinn.

Die auf dem Tisch liegenden Zahlen der Wissenschaft machten deutlich, dass nun sehr schnell eine gewaltige Anstrengung unternommen werden muss, weil sonst eine globale Katastrophe drohe. Es müsse jetzt gelingen, die alten Ideen und Strukturen zu überwinden, um einem zukunftsweisenden Denken und Handeln die Tore zu öffnen, so von Uexküll. Weitere Informationen über das von ihm gegründete World Future Council gibt es hier.

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Donnerstag, Januar 22, 2009

Klimahaus spendiert "klimaneutrale Reise" in einem Preisausschreiben...

Eine bundesweite Werbeaktion des künftigen Bremerhavener Klimahauses brachte für Sebastian Sygulla eine Flugreise nach Samoa. Der Hannoveraner zog bei einem Gewinnspiel das große Los und kann sich jetzt gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Christine Knollmann auf den Weg nach Süden machen.

Das Klimahaus ist zur Zeit noch im Bau und soll nach mehreren Verzögerungen im Juni an den Start gehen.

Die Klimahaus-Betreiber legen Wert darauf, dass die Flugreise für die beiden Gewinner klimaneutral organisiert wird: Für die gut 23 Tonnen Kohlendioxid, die rechnerisch durch den Flug anfallen, wird ein 2300 Quadratmeter großes Waldstück in Rothenburg an der Wümme aufgeforstet. Durch das Wachstum der dort stehenden Bäume wird eine entsprechende Menge Kohlendioxid gebunden.

Samoa ist einer der neun Orte auf dem achten Längengrad, die künftig im Klimahaus als klimatische Erlebnisstationen präsentiert werden.

Weitere Informationen über das Klimahaus acht Grad Ost gibt es im Netz.

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Dienstag, Juni 17, 2008

Das Bremerhavener Klimahaus kommt weiter voran - die Aquarien wurden zum Testen bereits gefüllt - höhere Kosten für das Klimahaus noch ungewiss...


Wo im Bremerhavener Klimahaus künftig die Besucher über die Unterwasserwelten vor Samoa staunen sollen, war jetzt erst einmal die Feuerwehr aktiv. Mehrere hunderttausend Liter Wasser wurden in die Aquarienbecken gepumpt, um die Dichtigkeit und Haltbarkeit der Scheiben zu prüfen. "Scheiben dieser Größe biegen sich unter dem Wasserdruck durchaus bis zu drei Millimeter durch", erläuterte der Experte Max Kellermayer von der Firma Aquacone.

Selbstverständlich sei er ein bisschen aufgeregt, gestand Kellermayer, auch wenn er auf Grund seiner großen Erfahrungen keine Zweifel habe, dass alles ordentlich montiert wurde. Als das Wasser dann ins erste Becken schwappte, merkte der Beobachter nicht viel von seiner inneren Spannung. Ruhig hantierte der Experte mit seinen Messgeräten vor der 4,5 Tonnen schweren Scheibe, um die berechneten Werte zu überprüfen. Erste Ergebnisse: Alles im grünen Bereich.

Klimahausgeschäftsführer Arne Dunker sprach von einem "weiteren Meilenstein" auf dem Weg zur Eröffnung am 1. März 2009. Aquarien hätten in Bremerhaven durch die Tiergrotten eine lange Tradition, und daran solle im Klimahaus angeknüpft werden. Allerdings gehe es hier im Unterschied zu normalen Aquarien um möglichst wirklichkeitsgetreue Abbildungen menschlicher Lebensräume, wie sie sich in Abhängigkeit vom Klima entwickelt haben und weiter entwickeln werden.

Für Samoa beispielsweise sollen laut Dunker die fernen Lebensräume von den Regenwäldern über den Strand und die Lagunen bis in das Innere eines Korallenriffs und hinunter zum Tiefseebereich hautnah erlebbar gemacht werden. "So etwas kenne ich aus den Aquarien in Europa bisher nicht", betonte Dunker. Original-Filmaufnahmen aus Samoa werden zusätzlich illustrieren, wie dieser einzigartige Lebensraum durch den Klimawandel bedroht ist, kündigte er an.

Insgesamt fassen die Aquarienlandschaften des Bremerhavener "Klimahauses acht Grad Ost" laut Dunker fast 1000 Tonnen Wasser in neun Becken. Besonders Komplikationen ergäben sich daraus, dass diese Riesengewichte nicht direkt unten auf dem Fundament aufliegen, sondern von der Gebäudekonstruktion bis in eine Höhe von mehr als 15 Metern solide gestützt werden müssen. Außer an der Station Samoa spielt das Wasser auch noch bei der Darstellung von Kamerun und Langeneß eine wichtige Rolle.

Aus Kamerun wurde eine Szenerie ausgewählt, die durch Flüsse und Wasserläufe geprägt ist. "Die hier gezeigten Fische waren teilweise in der Aquaristik nicht bekannt und wurden auf einer Expedition eigens für das Klimahaus gefangen", heißt es in einer Mitteilung. Die Lage bei Langeneß wird durch einen vier Meter hohen "Nordsee-Zylinder" anschaulich gemacht. Nicht nur typische Nordsee-Bewohner sollen dort zu sehen sein, sondern auch mittlerweile als Folge des Klimawandels eingewanderte Tierarten.

Ob die Gerüchte stimmen, dass die Stadt Bremerhaven bis zu 20 Millionen Euro mehr als geplant für das Klimahaus zahlen muss (also möglicherweise statt 70 nun 90 Millionen Euro)k, lässt sich aktuell nicht klären.

Der sogenannte Sachstandsbericht zu den Kosten der Havenwelten wird von Oberbürgermeister Jörg Schulz gegenüber der Öffentlichkeit weiter unter Verschluss gehalten.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter "www.klimahaus-bremerhaven.de".

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Montag, Juni 16, 2008

Kosten für die Bremerhavener Havenwelten scheinen höher zu sein als geplant - demnächst kommt die Endabrechnung...

Der kommunalpolitisch interessierte Teil der Bremerhavener Öffentlichkeit wartet gespannt auf die Endabrechnung für die Havenwelten. Es gibt Gerüchte, dass allein das Klimahaus in der Größenordnung von 20 Millionen Euro teurer geworden sein soll als geplant. Bestätigungen sind dafür aber zur Zeit nicht zu bekommen.

Wohlgemerkt: Eine solche Verteuerung müsste von der Stadt Bremerhaven aufgebracht werden, denn auch das Klimahaus gehört zum städtischen Eigentum. Nur das Betreiben des öffentlichen Eigentums läuft privatwirtschaftlich.

Dass die unter dem Stichwort "Sachstandsbericht" laufende Zusammenstellung aller Kosten der Havenwelten nicht mehr rechtzeitig zu den Haushaltsberatungen veröffentlicht wurde, darf mit Fug und Recht als Skandal bezeichnet werden. Schließlich s9rgen die Havenwelten noch in der Zeit nach 2012 für städtische Schulden in der Größenordnung von 120 Millionen Euro - immerhin ein satter 1000-Euro-Betrag für jeden einzelnen Einwohner.

Auf Nachfrage gesteht Oberbürgermeister Jörg Schulz zu, dass der Zeitpunkt der Weitergabe der Informationen an die Kommunalpolitik mittlerweile sehr nahe gerückt sei.

Gleichwohl bezeichnet er den Zeitpunkt der Veröffentlichung weiterhin als noch unbestimmt.

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Montag, Oktober 08, 2007

Das Bremerhavener Klimahaus 8 Grad Ost geht erheblich später als geplant an den Start


Das Bremerhavener "Klimahaus 8 Grad Ost" wird deutlich später fertig als geplant. Zwar wurde noch bis vor wenigen Wochen zäh an einer Eröffnung im Sommer kommenden Jahres festgehalten (diese Zeitung berichtete), aber nun ist die Verschiebung offiziell: Als Starttermin gilt jetzt der 1. März 2009. Begründung: Nach dem juristischen Hin und Her der Stahllieferanten ist mittlerweile der Stahl knapp geworden.

Wie sehr die vor Gericht ausgetragenen Streitigkeiten das Klimahaus-Vorhaben zuletzt behindert hatten, war unter den Akteuren ein offenes Geheimnis. Dadurch wurde alles "um Monate zurückgeworfen", bestätigte auch Arne Dunker, der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft von Petri & Tiemann, bei mehreren Gelegenheiten. Allerdings war er noch bis zuletzt davon ausgegangen, den Rückstand durch großes Engagement wenigstens teilweise wieder aufholen zu können.

Ein Blick zurück zeigt, dass die Organisatoren des 70-Millionen-Euro-Bauvorhabens nicht immer eine glückliche Hand hatten. Ursprünglich war sogar einmal davon die Rede, das Klimahaus zur Großveranstaltung SAIL 2005 zu eröffnen. Mehrfach geriet der Zeitplan durcheinander, weil die Auftragsvergabe sich als ausgesprochen kompliziert erwies.

Für den Fassaden- und Stahlbau wurden zu Beginn sogar sämtliche Angebote als zu teuer verworfen, so dass es zu einer Aufhebung der Ausschreibung kam. In dem sich anschließenden Verhandlungsverfahren tauchten Namen wie Krupp, Waagner-Biro und Eiffel in der Berichterstattung auf. Wie das Oberlandesgericht nach komplizierten juristischen Auseinandersetzungen urteilte, wurden dabei Vorschriften der EU übersehen, die zwar noch nicht in deutsches Recht umgesetzt, aber gleichwohl gültig waren.

Die Städtische Wohnungsgesellschaft (Stäwog) mühte sich als Koordinatorin des Klimahaus-Vorhabens nach Kräften, alle Fäden zusammenzuhalten, musste sich aber am Ende von den Wirrnissen der Juristerei und des Marktes treiben lassen. Das Ergebnis ist eine weitere Terminverschiebung, die auch den Ablaufplan für die Dreierkombination der Havenwelten-Attraktionen hinter dem Weserdeich in Turbulenzen bringt.

Für das Büro-Hotel "Sail City" soll nun der Starttermin Ende Februar 2008 gelten, während das Einkaufszentrum Mediterraneo ein gutes halbes Jahr danach im September oder Oktober loslegen will - ebenfalls später als zuvor verkündet. Für beide Attraktionen gilt die öffentliche Zusage, dass ihr Betrieb nicht durch die Klimahaus-Baustelle gestört werden soll.

Der Bremerhavener Oberbürgermeister Jörg Schulz rechtfertigt die Terminverschiebung als unausweichlich. "Das Klimahaus muss solide zu Ende gebracht werden, damit wir nicht im hektischen Übereifer Mängel, die später Kritik hervorrufen, in Kauf nehmen", meint er. "Wir halten den Eröffnungstermin für optimal." Im Vorlauf wolle man das Klimahaus bundesweit ins Gespräch bringen, beispielsweise durch eine Präsentation "vor Hochkarätern der Politik und Wirtschaft" in Berlin.

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